Mehrere Depots zusammenführen: die Checkliste
Warum Anleger bei mehreren Brokern landen
Kaum jemand plant, drei Depots zu haben. Es passiert einfach. Vielleicht hast du mit dem Depot deiner Hausbank angefangen, dann einen günstigen Broker für ETFs entdeckt und schließlich ein Konto bei einem internationalen Broker eröffnet, um am US-Markt zu handeln.
Jeder dieser Schritte war damals sinnvoll. Das Ergebnis ist aber ein zersplittertes Portfolio, verteilt auf Plattformen, die nicht miteinander verbunden sind.
Typische Gründe, warum Anleger mehrere Konten ansammeln:
- Gebühren sparen. Verschiedene Broker sind bei verschiedenen Produkten günstiger. Einer eignet sich vielleicht bestens für ETFs, ein anderer für Optionen, ein dritter für Bruchteilsaktien.
- Zugang zu Märkten. Europäische Anleger brauchen oft einen eigenen Broker für US-Aktien, der beim Währungstausch günstige Kurse bietet.
- Konten über den Arbeitgeber. Betriebliche Altersvorsorge oder Mitarbeiteraktienprogramme liegen bei bestimmten Brokern, die du dir nicht selbst ausgesucht hast.
- Trägheit. Du hast vor Jahren ein Konto eröffnet, ein paar Positionen gekauft und sie nie übertragen. Jetzt hast du ein ruhendes Konto mit Positionen, die du trotzdem im Blick behalten willst.
- Spezialisierung. Manche Broker sind bei bestimmten Anlageklassen besonders stark, etwa bei Kryptowährungen, Anleihen oder internationalen Märkten.
Die Gründe sind berechtigt. Das Problem ist, was danach kommt.
Was dich ein zersplitterter Überblick kostet
Du siehst deine tatsächliche Aufteilung nicht
Du hältst dich für breit gestreut, weil du Tech-Aktien bei Broker A und europäische ETFs bei Broker B hast. Ohne gemeinsame Ansicht merkst du aber womöglich nicht, dass 40 % deines gesamten Portfolios in großen US-Tech-Werten stecken - weil sich beide Konten stark überschneiden.
Aus demselben Grund beantwortet eine Abweichung, die nur innerhalb eines Kontos berechnet wird, eine Frage, die du gar nicht gestellt hast. Im Artikel Abweichung im Portfolio erfährst du, wie du die Lücke über alle deine Positionen hinweg misst.
Kennzahlen zur Wertentwicklung sagen einzeln nichts aus
Jeder Broker zeigt dir die Rendite seines eigenen Kontos. Deine tatsächliche Wertentwicklung ist aber die gemeinsame Rendite über alle Konten, gewichtet danach, wie viel Kapital jeweils darin steckt. Zeigt Broker A +12 % und Broker B +5 %, liegt deine Rendite nicht einfach bei 8,5 %. Das hängt davon ab, wie viel Geld auf jedem Konto liegt.
Deine Dividendeneinnahmen sind verstreut
Hast du Dividendenwerte bei mehreren Brokern, setzen sich deine gesamten Dividendeneinnahmen aus den Zahlungen aller Konten zusammen. Kein einzelnes Broker-Dashboard zeigt dir diese Summe. Für die Steuer musst du dann von Hand die Auszüge aller Plattformen zusammentragen.
Mit mehreren Währungen wird es noch komplizierter: Die Zahlungen kommen an verschiedenen Tagen und in verschiedenen Währungen an, jeweils mit unterschiedlich hoher, bereits abgezogener Quellensteuer. Und die Broker sind sich nicht einig, ob sie brutto oder netto ausweisen. Wie du daraus eine verlässliche Zahl für deine Einnahmen machst, erklärt der Artikel Dividenden erfassen.
Dir fehlt das große Ganze
Ohne Zusammenführung triffst du Anlageentscheidungen auf Basis unvollständiger Informationen. Solltest du bei deinem europäischen ETF nachkaufen? Schwer zu sagen, wenn du nicht auf einen Blick siehst, wie er neben allem anderen, was du besitzt, in dein Gesamtportfolio passt.
Die Checkliste zum Zusammenführen
Arbeite sie einmal durch, danach musst du nur noch pflegen. Egal wie alt dein Portfolio ist, du brauchst dafür einen Abend, und den größten Teil davon wartest du auf Exporte.
Liste jedes Konto auf, auch die, die man leicht vergisst. Alte betriebliche Vorsorgepläne, ein ruhendes Konto bei einem Broker, den du verlassen hast, jedes Depot mit auch nur einem einzigen Fonds. Die vergessenen Konten sind meist der Grund, warum die Summen nie stimmen.
Lade bei jedem Broker die Transaktionshistorie herunter, nicht die PDF-Zusammenfassung. Du brauchst die vollständige Umsatzübersicht oder den CSV-Export, in dem jeder Kauf, jeder Verkauf, jede Dividende und jede Gebühr steht. Was der Unterschied ist und warum nur eins davon brauchbar ist, erklärt der Artikel So liest du deinen Depotauszug.
Prüfe, wie weit jeder Export zurückreicht. Viele Broker begrenzen einen einzelnen Export auf ein Jahr. Für die komplette Historie exportierst du dann einmal pro Jahr und bewahrst die Dateien auf.
Notiere, in welcher Währung jedes Konto abrechnet. Ein Euro-Konto mit US-Aktien verhält sich anders als ein Dollar-Konto. Der Unterschied zeigt sich in deinen Renditen, nicht in deinem Kontostand.
Lege deine Basiswährung fest, bevor du irgendetwas importierst. Das sollte die Währung sein, in der du dein Geld ausgibst. Änderst du sie später, musst du jede Zahl, die du dir schon angesehen hast, neu einordnen.
Prüfe, ob der Einstandswert den Export überstanden hat. Hier geht am ehesten unbemerkt etwas kaputt, vor allem bei Positionen, die zwischen Brokern übertragen wurden. An ihm wird jeder künftige Gewinn gemessen. Prüfe ihn also jetzt und nicht erst bei der Steuererklärung.
Importiere die ältesten Daten zuerst. Einstandswerte und Haltedauern bauen chronologisch aufeinander auf. Lädst du die Historie in falscher Reihenfolge, können Kauftranchen entstehen, die falsch aussehen.
Gleiche jedes Konto mit seinem eigenen Dashboard ab, bevor du mit dem nächsten weitermachst. Stimmen die Summen nicht überein, findest du die Ursache viel leichter, wenn erst ein Konto geladen ist und nicht fünf.
Wege zu einer gemeinsamen Ansicht
Weg 1: Alles zu einem Broker übertragen
Die radikale Lösung: Du überträgst alle Positionen zu einem einzigen Broker und hast nur noch ein Dashboard.
Vorteile: Wirklich einfach. Eine Anmeldung, eine Ansicht, ein Auszug.
Nachteile: Oft nicht praktikabel. Übertragungsgebühren, Steuern beim Verkaufen und Zurückkaufen, kein Zugang mehr zu bestimmten Produkten und der Aufwand, Altersvorsorgekonten mit Auflagen umzuziehen. Manche Positionen gibt es womöglich nicht bei jedem Broker.
Für die meisten Anleger ist es unrealistisch, wirklich alles bei einem Broker zu bündeln.
Weg 2: Eine eigene Tabelle
Du exportierst die Daten von jedem Broker, führst sie in einer Tabelle zusammen und baust dir dein eigenes Dashboard.
Vorteile: Volle Kontrolle, keine Abokosten.
Nachteile: Aufwendig zu pflegen, fehleranfällig und ohne automatische Kursaktualisierung. Außerdem ist es in einer Tabelle wirklich schwierig, Renditen über mehrere Währungen und Ein- und Auszahlungen hinweg richtig zu berechnen.
Weg 3: Ein Portfolio-Tracker
Du nutzt einen spezialisierten Portfolio-Tracker, in dem du Positionen von jedem Broker in einer einzigen Ansicht zusammenführst.
Vorteile: Eine gemeinsame Ansicht mit korrekten Kennzahlen zur Wertentwicklung, automatischen Kursaktualisierungen, mehreren Währungen und den Dividenden aus allen Konten.
Nachteile: Du musst deine Transaktionen erfassen (viele Tracker bieten aber CSV-Importe an, die das beschleunigen).
Für die meisten Anleger mit mehreren Konten ist ein spezialisierter Tracker der praktische Mittelweg.
Worauf du bei einem Tool zum Zusammenführen achten solltest
Nicht jeder Portfolio-Tracker führt mehrere Broker gleich gut zusammen. Darauf kommt es an:
Kennzeichnung nach Broker
Du solltest jede Position mit ihrem Broker kennzeichnen können. So siehst du dein gesamtes Portfolio und kannst bei Bedarf trotzdem nach einzelnen Brokern filtern. Du willst nur deine Positionen bei Interactive Brokers sehen? Oder die Wertentwicklung deiner Konten bei Degiro und Trade Republic vergleichen? Mit der Kennzeichnung nach Broker geht das.
Einheitliche Kennzahlen zur Wertentwicklung
Das Tool sollte die Rendite deines gesamten Portfolios als Einheit berechnen und nicht einfach den Durchschnitt aus den Renditen der einzelnen Broker bilden. Deine geldgewichtete Rendite sollte alle Ein- und Auszahlungen über alle Konten hinweg berücksichtigen. Dann bekommst du eine einzige korrekte Zahl für deine Wertentwicklung.
Mehrere Währungen
Liegen deine Positionen bei den Brokern in verschiedenen Währungen (USD beim einen, EUR beim anderen), muss der Tracker richtig umrechnen. Er sollte dir die Renditen in deiner Heimatwährung zeigen und die Währungseffekte getrennt ausweisen. Unser Leitfaden zum Investieren in mehreren Währungen erklärt, warum dieses Währungsrisiko meist größer ist, als man denkt.
Details pro Position
Auch in der Gesamtansicht solltest du bis zu einzelnen Positionen hinunterklicken können. Dort siehst du, bei welchem Broker sie liegen, wie hoch dein Einstandswert ist und wie sie sich gerade entwickeln.
Datenimport
Jahre an Transaktionen von Hand einzutippen, ist mühsam. Achte auf ein Tool mit CSV-Import. Dann exportierst du deine Historie bei jedem Broker und lädst sie einfach in den Tracker.
Du brauchst die vollständige Umsatzübersicht oder den Transaktionsexport, nicht den regelmäßigen PDF-Auszug. Was der Unterschied ist und warum nur eins davon brauchbar ist, erklärt der Artikel So liest du deinen Depotauszug.
So geht Turbobulls mit mehreren Brokern um
Turbobulls wurde von Anfang an für Anleger entwickelt, die mehrere Broker nutzen. So sieht das aus:
Der Broker als eigene Dimension. Jede Position lässt sich mit ihrem Broker kennzeichnen. Dein Portfolio-Dashboard zeigt das Gesamtbild, und mit einem Klick filterst du nach Broker, um Positionen und Wertentwicklung jedes einzelnen Kontos zu sehen.
Gemeinsame Kennzahlen. Geldgewichtete Rendite, Gesamtrendite, realisierte und nicht realisierte Gewinne sowie Dividendeneinnahmen werden über alle Broker hinweg für ein gemeinsames Portfolio berechnet. Du bekommst einen einzigen, korrekten Satz an Zahlen und musst nicht mehr Daten aus mehreren Dashboards im Kopf zusammenrechnen.
Segmente vergleichen. Mit Turbobulls vergleichst du die Wertentwicklung deiner Broker direkt nebeneinander. Bei welchem Broker laufen deine Positionen am besten? Wo zahlst du die höchsten Gebühren? Woher kommt der Großteil deiner Dividenden? Solche Fragen beantwortest du dann ganz einfach.
Mehrere Währungen von Haus aus. Positionen von verschiedenen Brokern in verschiedenen Währungen werden automatisch verarbeitet. Die Renditen erscheinen in deiner Heimatwährung, getrennt nach Kursgewinn, Währungsgewinn und Erträgen. Die Trennung von Kursgewinn und Währungsgewinn gibt es mit einem bezahlten Tarif, der den Anlagebereich umfasst.
Import über Dateien. Exportiere deine Transaktionshistorie bei jedem Broker und lade sie hoch: als CSV oder XLSX, mit fertigen Importen für Interactive Brokers, Trading 212, DEGIRO, Coinbase, Crypto.com, Delta, eToro, Saxo, Tastytrade, Trade Republic, Avanza, Montrose, XTB, TradeVille, Investimental, Revolut, ING Romania, Raiffeisen Romania und Salt Bank. Für alles andere gibt es den allgemeinen CSV-Import. Du wählst den Broker aus und lädst die Datei hoch. Passt sie nicht zu deiner Auswahl, meldet der Import, dass er sie nicht lesen konnte, und schlägt dir den allgemeinen CSV-Import oder eine andere Quelle vor. Die Vorschau markiert alles, was Transaktionen doppeln würde, die du schon erfasst hast. Gespeichert wird alles auf einmal: Eine Datei landet ganz oder gar nicht. Eine automatische Verbindung zum Broker gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Deine Daten werden auf deinem Gerät verschlüsselt, bevor sie gespeichert werden, und aus genau diesem Grund können wir sie auch nicht lesen.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Wenn du Finanzdaten von mehreren Brokern an einem Ort zusammenführst, ist Sicherheit wichtiger denn je. Turbobulls verschlüsselt alle deine Daten auf deinem Gerät. Selbst unsere Server können dein zusammengeführtes Portfolio nicht sehen. Mehr dazu in unserer Übersicht zur Sicherheit.
Sieh dein ganzes Portfolio an einem Ort
Jonglierst du mit mehreren Broker-Dashboards und weißt nie so genau, wie dein gesamtes Portfolio aussieht? Dann ist es Zeit für eine gemeinsame Ansicht. Turbobulls führt alles zusammen - alle Broker, alle Währungen, alle Positionen - in einem einzigen verschlüsselten Dashboard mit korrekten Kennzahlen zur Wertentwicklung.
Jedes Konto startet mit 14 Tagen im vollen bezahlten Tarif, ohne Kreditkarte. Danach läuft es nicht ab, sondern wechselt in den dauerhaft kostenlosen Tarif. Den Export gibt es in jedem Tarif, und er liegt nie hinter einer Bezahlschranke. Wenn du deine Historie hier zusammenführst, sitzt sie also nicht bei uns fest. Starte unter app.turbobulls.com oder lies zuerst den Artikel Kostenlose vs. bezahlte Portfolio-Tracker, wenn du wissen willst, wo die Grenzen liegen.
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