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Turbobulls 2.0

Realisierte vs. nicht realisierte Gewinne: Buchgewinn oder echtes Geld?

Realisierte Gewinne hast du durch einen Verkauf gesichert. Nicht realisierte Gewinne stehen nur auf dem Papier und können wieder verschwinden. Warum der Unterschied für Steuern, mentale Buchführung und Risiko wichtig ist.
Realisierte vs. nicht realisierte Gewinne: Buchgewinn oder echtes Geld?
„Mein Portfolio liegt dieses Jahr $10.000 im Plus!“ Vielleicht. Vielleicht sind davon aber auch nur $3.000 echt, und der Rest steht auf dem Papier. Der Unterschied zwischen realisiert und nicht realisiert wird beim Investieren am häufigsten missverstanden - und er hat echte Folgen für Steuern, Risiko und Psychologie.
Jeder Anleger lernt es irgendwann auf die harte Tour: Mit Buchgewinnen zahlst du keine Miete. Realisierte Gewinne hast du durch einen Verkauf gesichert. Nicht realisierte Gewinne sind Buchgewinne auf Positionen, die du noch hältst - sie können über Nacht verschwinden. Wer die beiden verwechselt, trifft schlechte Entscheidungen und erlebt bei der Steuer böse Überraschungen.
Für alle Leser geschrieben. Dieser Artikel funktioniert, egal ob du gerade erst mit dem Investieren anfängst oder schon seit Jahrzehnten dabei bist. Alles, was mit Für Mathe-Neugierige markiert ist, ist optional. Überspring es einfach, wenn dir bei Formeln die Augen zufallen.

Die Definition in einem Satz

Realisierter Gewinn
Gewinn (oder Verlust), den du durch einen Verkauf gesichert hast. Liegt jetzt als Geld vor, hat einen festen Wert und ist meist steuerpflichtig.
Nicht realisierter Gewinn
Buchgewinn (oder -verlust) auf Positionen, die du noch hältst. Spiegelt den heutigen Marktwert wider. Wird nicht besteuert. Kann sich noch ändern.

Turbobulls erfasst beide automatisch und zeigt dir, wie sie sich aufteilen. In deinem Portfolio ansehen →

Die Grundidee: zwei Anleger, dieselbe Aktie

Stell dir zwei Anleger vor, die jeweils 1.000 Stück derselben Aktie zu 50 Dollar pro Aktie gekauft haben.

Anleger A: am Höchststand verkauft

Die Aktie stieg auf 80. Alle Aktien verkauft. Realisierter Gewinn = 30.000. Das Geld liegt jetzt auf dem Konto, bereit zum Ausgeben oder Wiederanlegen. Dafür fällt dieses Jahr Steuer auf Kursgewinne an.

Anleger B: hält noch

Die Aktie stieg auf 80 und fiel dann zurück auf 55. Hält noch alle Aktien. Nicht realisierter Gewinn = 5.000 (am Höchststand waren es 30.000). Keine Steuer fällig. Der Kurs kann wieder steigen oder weiter fallen.

Anleger A hat 30.000 echtes Geld gesichert. Anleger B hat 5.000 auf dem Papier, die bis zum Börsenschluss morgen verschwunden sein können. Das sind zwei verschiedene Arten von Vermögen, obwohl beide genau gleich angefangen haben.

Darauf beruht die alte Börsenweisheit „Gewinn hast du erst, wenn du verkaufst“. Das ist nur die halbe Wahrheit: Nicht realisierte Gewinne sind insofern echtes Vermögen, als sie dein Nettovermögen heute erhöhen. Ausgeben kannst du sie aber nicht, und sie können verschwinden, bevor du entschieden hast, was du damit machst.

Was das Label Portfolio bedeutet

Sowohl der realisierte als auch der nicht realisierte Gewinn tragen das Label Portfolio. Die App ist vorerst auf Englisch.

Das heißt, sie betrachten nur deine Anlageaktivität:

  • Realisierter Gewinn: Gewinne und Verluste aus Positionen, die du tatsächlich geschlossen hast.
  • Nicht realisierter Gewinn: Buchgewinne auf Positionen, die du gerade hältst, zu den heutigen Kursen.

Beide werden in der Währung deines Workspace ausgewiesen, Wechselkurseffekte erscheinen als eigener Bestandteil.

Weitere Kennzahlen mit dem Label Portfolio sind die verschiedenen ROI-Varianten, die MWR, die Sharpe-Ratio, Gebühren und Steuern sowie Positionen im Plus (Trefferquote offener Positionen). Zusammen ergeben sie ein vollständiges Bild deiner Anlageergebnisse.

Warum der Unterschied wichtig ist

Steuern

Realisierte Gewinne sind meist in dem Jahr steuerpflichtig, in dem du verkaufst. Nicht realisierte Gewinne können ungehindert wachsen, solange du die Position hältst. Auf dieser einen Asymmetrie beruht steuerbewusstes Investieren:

  • Halte Gewinner lange, um die Steuer aufzuschieben (oft kommst du so auch in den Genuss niedrigerer Sätze für langfristige Gewinne).
  • Nutze Verluste, indem du Verlierer verkaufst und sie mit Gewinnen verrechnest.
  • Verkaufe nicht nur, um Gewinne zu „sichern“, wenn du das Geld sofort wieder anlegst. Dann hat sich nur eines geändert: deine Steuerrechnung.
Der steuerliche Unterschied zwischen kurzfristigen und langfristigen Kursgewinnen ist in den meisten Ländern enorm. In den USA werden kurzfristige Gewinne mit deinem normalen Einkommensteuersatz besteuert (bis zu 37 %). Langfristige Gewinne (Haltedauer über 1 Jahr) werden je nach Einkommen mit 0 %, 15 % oder 20 % besteuert. Über Jahrzehnte mit Zinseszins macht das einen gewaltigen Unterschied.

Risiko

Nicht realisierte Gewinne können verschwinden, realisierte nicht. Die psychologische Falle: Anleger behandeln nicht realisierte Gewinne wie „geschenktes Geld“ und gehen nach einem starken Anstieg mehr Risiko ein. Dreht der Markt dann, ist der Gewinn weg, und sie stehen schlechter da als vorher.

Mentale Buchführung

Der klassische Fehler: nicht realisierte Gewinne ausgeben. „Mein Portfolio liegt dieses Jahr 50.000 im Plus, da gönne ich mir einen Urlaub.“ Aber die 50.000 stehen nur auf dem Papier und sind nächsten Monat vielleicht nicht mehr da. Willst du das Geld ausgeben, verkaufe zuerst und gib es dann aus. Verplane kein Vermögen, das nur auf dem Papier existiert.

So berechnet Turbobulls beide

Ganz einfach gesagt: Turbobulls erfasst jede Transaktion und ordnet ihr Ergebnis dem richtigen Topf zu. Verkäufe erzeugen realisierte Gewinne, aktuelle Positionen zeigen nicht realisierte Gewinne auf Basis des heutigen Marktwerts. Der Bereich Performance im Portfolio zeigt beides, als Gewinne aus noch gehaltenen und aus bereits verkauften Positionen.

Seit dem ersten Kauf · Alle Broker · 14 Positionen
Aktueller Wert
€47.310
€40.250 investiert
Gesamtrendite
+€9.982
€2.180 Einnahmen · €186 Gebühren
Geldgewichtete Rendite
+9,1%pro Jahr
+33,8% insgesamt
Zeitgewichtete Rendite
+58,2%
VWCE: +61,4%, 3,2 Prozentpunkte dahinter

So setzt sich deine Rendite zusammen

Seit dem ersten Kauf
Nicht realisierte Kursgewinne Gewinne, die du beim heutigen Verkauf erzielen würdest+€7.180
Realisierte Kursgewinne Gewinne aus bereits verkauften Positionen+€1.240
Währungseffekte Veränderungen der Wechselkurse bei Anlagen in Fremdwährungen, umgerechnet in deine Basiswährung-€120
Dividenden und Zinsen Vor Steuern+€2.180
Ordergebühren Gebühren für Käufe und Verkäufe-€186
Steuern Einbehaltene und gezahlte Steuern-€312
Gesamtrendite+€9.982
„So setzt sich deine Rendite zusammen“ mit Beispieldaten: zuerst die nicht realisierten Kursgewinne aus Positionen, die du noch hältst, dann die realisierten aus bereits verkauften.
Für Mathe-Neugierige
Die Formeln:

Realisierter Gewinn = Summe von (Verkaufskurs − Kaufkurs) × verkaufte Stück über alle geschlossenen Käufe

Nicht realisierter Gewinn = Summe von (aktueller Kurs − Kaufkurs) × gehaltene Stück über alle offenen Käufe

Schritt für Schritt für jeden offenen Kauf:
1

Kursgewinn. (aktueller Kurs - Kaufkurs) × Stückzahl, zum heutigen Wechselkurs in die Währung des Workspace umgerechnet.

2

Währungsgewinn. (aktueller Wechselkurs - ursprünglicher Wechselkurs) × Kaufkurs × Stückzahl. Das ist der reine Wechselkursanteil.

3

Über alle Käufe summieren. Offene Käufe fließen in den nicht realisierten Gewinn, geschlossene Käufe in den realisierten Gewinn.

Turbobulls trennt Kurs- und Währungsanteil, damit du siehst, ob dein Gewinn aus dem Anstieg der Anlage stammt oder aus Wechselkursbewegungen. Das ist besonders bei Portfolios in mehreren Währungen nützlich.

Wann welcher Gewinn zählt

Achte auf den realisierten Gewinn bei ...
  • der Steuerplanung zum Jahresende. Die realisierten Gewinne bestimmen deine Steuerrechnung für dieses Jahr.
  • der Planung deines Cashflows. Verkaufte Positionen = verfügbares Geld, das du einsetzen kannst.
  • der Bewertung von Verkäufen. War dieser Ausstieg gut oder schlecht? Der realisierte Gewinn gibt die Antwort.
  • der Verrechnung von Verlusten. Nutze realisierte Verluste, um realisierte Gewinne auszugleichen.
Achte auf den nicht realisierten Gewinn bei ...
  • der Analyse deiner aktuellen Positionen. Was funktioniert gerade in deinem Portfolio?
  • der Einschätzung deines Risikos. Ein großer nicht realisierter Gewinn = viel zu verlieren, wenn die Märkte drehen.
  • Entscheidungen zum Rebalancing. Solltest du eine Position verkleinern, die überproportional gewachsen ist?
  • einem langen Anlagehorizont. Nicht realisierte Gewinne wachsen mit Zinseszins steuerfrei, bis du verkaufst.

Das ganze Bild: realisiert und nicht realisiert zusammen

Gesamtgewinn = realisiert + nicht realisiert + Erträge - Steuern - Gebühren. Jeder Teil beantwortet eine andere Frage:

Verwechsle Buchgewinne nicht mehr mit echten Gewinnen

Turbobulls trennt realisierte und nicht realisierte Gewinne automatisch und weist bei Portfolios in mehreren Währungen die Währungseffekte gesondert aus. Plane deine Steuern, bewerte Ausstiege und mach dein Rebalancing mit klarem Blick.

  • Realisierte und nicht realisierte Gewinne für jede Position, automatisch erfasst
  • Kurs- und Währungsgewinn getrennt, für Klarheit bei mehreren Währungen
  • Daten für die Steuerplanung zum Jahresende, bereit zum Export
  • Aufschlüsselung nach Broker und Anlage, um Ausstiege zu analysieren
  • Portfolios in mehreren Währungen, von Haus aus unterstützt
  • Keine Rechenarbeit von Hand: Verkauf erfassen, aktuelle Kennzahlen sehen
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